Karlsruhe

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Samstag, 2. Februar 2019

Stillstand oder gar Rückschritt in Karlsruhe

Jetzt schien Karlsruhe beim Radverkehr doch auf einem derart guten Weg. Der für 2015 angepeilte Radanteil beim Modal Split von 25% wurde schon 3 Jahre früher erreicht. Der Anteil des Autoverkehrs war von 44 auf 34% gesunken, was mit dazu beigetragen haben dürfte, dass Karlsruhe die Grenzwerte für Stickoxide zwar nur knapp einhält, aber eben einhält. Aber die Frage ist, was ist seit 2012 passiert, in immerhin über 6 Jahren?
So sehen die Zahlen aus, die vom Land für 2017 ermittelt wurden. Ist womöglich der Radanteil wirklich zurück gegangen. Das wäre fatal und würde nach der Graphik bedeuten, dass der Autoanteil von 34 wieder auf 38% gestiegen wäre.


So sahen die Werte 2012 aus. 






Von meinem eigenen Eindruck her war ich immer etwas am Schwanken. Da waren einerseits stagnierende Zahlen an der Zählstelle in der Erbprinzenstraße, andererseits aber dennoch viele Menschen mit dem Rad auch bei schlechtem Wetter. Zusammenfassend hätte ich dennoch gesagt, dass es vielleicht weiter angestiegen ist, aber nicht mit der Dynamik, die vorher da war und die wir ja gerade wieder im letzten Jahr bei den Teilnehmerzahlen bei der Critical Mass gesehen haben.

Jetzt muss eigentlich im vergangenen Jahr eine neue Erhebung durch die Stadt erfolgt sein, da man ja weiter fahrradfreundliche Kommune bleiben will und das wohl eines der Kriterien ist, die es zu erfüllen gilt. Da warte ich schon gespannt auf neue Zahlen, als ich von einem engagierten Karlsruher Radler einen Chart weitergeleitet bekomme, den im Internet auftauchte, um anschließend wieder schnell in der Versenkung zu verschwinden. Glücklicherweise war er so geistesgegenwärtig und hat gleich einen Screenshot gemacht und diesen mit mir geteilt. (Danke, Phil!)

Die Erhebung wurde vom Land Baden-Württemberg durchgeführt und damit gibt es vielleicht Einflussfaktoren, die eine direkte Vergleichbarkeit erschweren. Dennoch ist das Ergebnis ernüchternd, denn danach wäre der Anteil der Strecken, die mit dem Rad zurückgelegt wurden, sogar zurückgegangen. Also an mir lag es nicht! So wäre der Fahrradanteil von 25 auf 23% gesunken. Der Streckenanteil der Autos von 34 wieder auf 38% gestiegen - und dabei sind noch gar nicht alle Baustellen wieder aufgehoben.

Jetzt bleibt mit Spannung abzuwarten, wann die Stadt die neuen eigenen Zahlen bekannt gibt und ob da das Bild wieder etwas positiver aussieht. Aber wirklich viel Hoffnung habe ich nicht, dass dort etwas herauskommt in der Größenordnung, wie ich mir das wünschen würde. Ich möchte mich damit auf jeden Fall nicht zufrieden geben und auch nicht mit dem neuen Ziel der Stadt 30% in 2020 zu erreichen.

Da gehe ich lieber mit dem ADFC Karlsruhe, der für 2025 40% erreichen will! Das halte ich dann viel eher für ein würdiges Ziel für eine Fahrradstadt und eine fahrradfreundliche Kommune. Und das Ende der Fahnenstange muss das ja auch noch nicht sein.



https://www.fahrradland-bw.de/daten-fakten/radverkehr-in-zahlen/zahlen-zum-radverkehr-in-bw/

http://www.epomm.eu/tems/result_city.phtml?city=21

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