Karlsruhe

Karlsruhe

Sonntag, 7. Mai 2017

Veröffentlichung der Stadt Karlsruhe

Diese Woche findet sich eine Pressemeldung auf der Internetseite der Stadt Karlsruhe zur Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt. Um mal mit dem Positiven anzufangen, zunächst die Verweise auf die Planungen für Radfernwege und die Absicht zusätzliche Parkmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen.
Es wäre wirklich ein Hohn, wenn Radwege daran scheitern würden, dass hier höhere Umweltauflagen gemacht würden als für Straßen.


Bei ersterem Punkt frage ich mich allerdings, warum man hier gleich wieder alles an das Land abgeben muss und nicht selbst schon tätig werden kann, um Radverbindungen zu schaffen, die das Pendeln zwischen Karlsruhe und der nächsten Umgebung vereinfachen. Der Aussage von Bürgermeister Obert, dass es nicht sein kann, dass womöglich Radwege daran scheitern, dass für sie höhere Umweltauflagen gemacht werden als an Straßen kann ich nur voll und ganz zustimmen. Das wäre geradezu lächerlich. Bezüglich der zusätzlichen Abstellanlagen ist es mal sehr erfreulich, dass am Bahnhof Autostellplätze in Fahrradstellplätze umgewandelt werden sollen. Vielleicht auch ein Konzept für die Innenstadt?!

Sicherlich keine schlechte Idee, am Hauptbahnhof Platz in Parkhäusern für Fahrräder bereit zu stellen.
Die Aussagen zur Entwicklung der Unfallzahlen muss ich aber wirklich etwas kritischer unter die Lupe nehmen. Es würde mich z.B. sehr interessieren, auf welche Zahlen sich Herr Ott vom Polizeipräsidium bezüglich eines wachsenden Radverkehrs bezieht, um damit zu begründen, dass Radfahren sicherer geworden sei. Die letzten 10 Jahre hierbei heranzuziehen ist sehr bequem und dient wohl nur dem Zweck die Zahlen zu schönen. Bezüglich der letzten 2-3 Jahre liegen nämlich nach meinem Wissen keine aktuellen Zahlen vor.

Insbesondere die Zahlen zu den verunfallten Kindern kann ich so nicht richtig nachvollziehen. Erschreckend sind sie so oder so.
Bezüglich der bei Unfällen verletzten Kinder wird es noch heikler mit den herangezogenen Zahlen. So waren nämlich in 2015 dramatisch höhere Unfallzahlen im Vergleich zu 2014 gemeldet worden. Im ersten Halbjahr war der Anstieg bei 100% gelegen - in Worten: EINHUNDERT PROZENT! Am Ende des Jahres waren es 52,7%. Die in der Unfallstatistik 2015 angegebenen absoluten Zahlen waren auch dramatisch höher als die jetzt aufgeführten 54 Kinder in 2015 und 32 in 2016. So oder so wäre der festgestellte Rückgang gerade mal wieder die Rückkehr von dem dramatischen Anstieg in 2015. Der Erfolg damit erheblich relativiert.

Immerhin hat man sich mal durchgerungen zuzugeben, dass in 2/3 der Fälle die Autofahrer die Unfallverursacher waren - wobei hier noch davon auszugehen ist, dass diese Unfälle im Regelfall auch schwerwiegendere Folgen haben. Es bleibt abzuwarten, ob man dann vielleicht doch mal dran gehen möchte, die tatsächlichen Ursachen der Unfälle anzugehen, sprich den MIV oder ob doch wieder nur die Kinder trainieren möchte.

Kommentare:

  1. Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Es wäre schön, wenn man auf den zweiten Schritt nicht so lange warten müsste.

    AntwortenLöschen
  2. Hoffen wir mal, dass ein zweiter Schritt auch kommt...

    AntwortenLöschen
  3. Immer mit der Ruhe. Die Zahl von 2015 kann durchaus in Rahmen des statistischen Rauschens liegen. Dafür hat dann vielleicht irgenwo anderst in D sich jemand auf die Schultern geklopft weil die Zahl der Unfälle halbiert wurde. Und 2016 hat sich dort dann die Zahl wieder nach oben "normalisiert".

    AntwortenLöschen