Karlsruhe

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Samstag, 13. Oktober 2018

Ein Wörtchen mitreden!

Das Land Baden-Württemberg bietet ein Online-Beteiligungsportal, auf dem zurzeit eine Umfrage läuft, wie wir Bürger uns die Mobilität der Zukunft vorstellen. Man schreibt sich hier auf die Fahne vom Automobilland Nr. 1 zum Mobilitätsland Nr. 1 werden zu wollen.

Das werde ich gerne der Landesregierung mitteilen, wie ich die Mobilität der Zukunft sehe.


Vor gut einem Jahr wurde hierzu schon Strategiediaglog Automobilwirtschaft gestartet und im Juli dieses Jahres ein erstes Fazit gezogen. Wenn man sich das durchliest, kommen aber gleich wieder die immer gleichen Stichwörter hoch, die wir zur Genüge kennen und die nach meiner Ansicht nicht dazu dienen sollen, die Verkehrs- und Umweltprobleme zu lösen, sondern nur die Automobilindustrie weiter zu fördern. Da wird über Elektrifizierung (aber nur von Autos, nicht von Fahrrädern und Lastenrädern) geredet, Autonomes Fahren, Digitalisierung und Sharing-Modelle sind weitere Stichworte, die hier auftauchen. Kein Wort von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fuß- und Radverkehr als mögliche Alternativen.
Darum geht es in der Umfrage. Wenn wir schon eingeladen werden, müssen wir auch den Mund aufmachen.
Jetzt wurde offensichtlich eine weitere Umfrage gestartet, die auch schon online ist. Hier will man von uns, von den Bürgern erfahren, wie wir uns in Zukunft unsere Mobilität vorstellen. Wollen wir, dass unsere Städte von immer größeren Autos weiter zugeparkt und verstopft werden und weiterhin ein Blutzoll von jährlich tausenden getöteten und verletzten Menschen bezahlt wird. Oder wollen wir endlich eine Abkehr von diesem System und wieder mehr Platz für die Menschen - und dabei nicht einmal unsere Mobilität aufgeben. Ganz im Gegenteil!

In den Städten ist die Mobilität mit Öffis, zu Rad oder zu Fuß bereits weit effizienter als das Auto - egal wie es angetrieben wird. Auch im Fernverkehr könnte viel mehr über die Schiene laufen, egal ob Fracht oder Passagiere, wenn die Politik nur wollte.

Jetzt gibt es eine Möglichkeit sich zu melden und die sollten wir nutzen. Klickt euch auf das Portal und gebt eure Meinung ab. Je mehr sich hier melden und sagen, dass sie schlicht und ergreifend weniger Autos haben wollen, egal in welcher Form und stattdessen eine Stärkung der vorhandenen, günstigen und wunderbar funktionierenden Alternativen, umso schwerer wird es für die Politik sich dem zu verschließen.

Schon etwas mühsam dieser Weg, aber so ist das eben. Ich werde mich jetzt auf jeden Fall gleich aufmachen und den Fragebogen ausfüllen, um damit hoffentlich Rückenwind für eine echte Verkehrswende zu erzeugen.

Hier noch einmal alle Links zusammengefasst:

https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/mitmachen/lp-16/strategiedialog-automobilwirtschaft/


https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/wie-sehen-sie-die-mobilitaet-der-zukunft/?pk_campaign=twitter&pk_kwd=181012_sda


https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/informieren/service/pressemitteilung/pid/vom-automobilland-nr-1-zum-mobilitaetsland-nr-1/

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/jahresveranstaltung-strategiedialog-automobilwirtschaft-bw/ 

Kommentare:

  1. Habe die Umfrage auch ausgehalten, frage mich allerdings ernsthaft, was "Mobilität der Zukunft" und "Zukunft der (bisherigen) Automobilwirtschaft" miteinander zu tun haben. Nicht, dass Autos komplett überflüssig werden müssten, aber Mobilität fängt bei Fußgängern, Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen an.
    Wenn dann Kapazitäten in den Entwicklungs- und Produktionsabteilungen der Autoindustrie freiwerden, könnte man anstelle Autoteilen innovative Fahrräder entwickeln und produzieren. Busse, Straßenbahnen und Züge wollen auch produziert werden. Schon jetzt suchen viele Transport-Unternehmen händeringend Personal. Weder Wirtschaft noch Steuereinnahmen noch der Arbeitsmarkt dürften kollabieren, wenn sich der Individualverkehr ein wenig mehr auf nicht-motorisierte Varianten in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln und platzsparenden individuellen Fahrzeugen verlagert.

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    1. Danke für deine Rückmeldung! Und ich gebe dir völlig recht, dass bei Mobilität nur übers Auto geredet wird. Das ist ja auch jetzt so bei der Fahrverbotsdiskussion - anstatt über Alternativen nachzudenken, wie mit besseren anderen Optionen viel billiger und schneller eine bessere Situation erreicht werden könnte.

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