Karlsruhe

Karlsruhe

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Parkraum in Karlsruhe

Ich ärgere mich selbst immer wieder, wie viele Autos in Karlsruhe herum stehen und wie wenig getan wird, um das zu reduzieren. Von der fehlenden Parkraumbewirtschaftung bis zu geduldetem Falschparken. Auch habe ich mal versucht, den Wahnsinn etwas besser verständlich zu machen, wie viel Platz und Geld wir dafür verschwenden, um Autos abzustellen anstatt dort Raum für Menschen zu schaffen. Seit kurzem macht das noch jemand anderes mit einer sehr anschaulichen Art und Weise deutlich. Es gibt einen neuen Twitter-Account, der sich @AutokorrekturKA nennt.

Die Daten werden von der Stadt selbst bereitgestellt.


Da hat jemand, der offensichtlich einen Ticken mehr Ahnung von IT hat als ich, einen Bot programmiert, der täglich zwischen 9 und 21h von der Webseite der Stadt die aktuellen Daten abruft, wie viele der verfügbaren Auto-Parkhausplätze ungenutzt sind. Die Fläche, die diese freien Plätze ergeben rechnet er oder sie aus und setzt sie in Vergleich mit Plätzen in Karlsruhe, die eigentlich jeder kennt. Jede Stunde kommt ein entsprechender Tweet ergänzt um die Frage, ob trotzdem noch immer Autos am Straßenrand stehen? Oder mein Favorit: wo bleiben die überdachten Fahrradbügel?
Selbst unter der Woche in der Vorweihnachtszeit, sind offensichtlich enorme Überkapazitäten da vorhanden und sei es nur, weil es zu billig ist, irgendwo illegal zu parken, wenn überhaupt kontrolliert wird.
Bilder von unmöglichen Situationen gibt es genug. Hier
in der Rüppurer Straße, wo Geh- und Radweg als Park-
fläche und gleich auch Parallelfahrbahn genutzt werden.

Das schöne an der Sache ist, der hört jetzt erst mal nicht auf damit, sondern macht das fleißig weiter. Vielleicht sollte man die Tweets gleich noch an die Stadt Karlsruhe adressieren. Vielleicht mache ich aber die Stadt einfach mal selbst drauf aufmerksam, wie kreativ und im Sinne der Menschen hier die bereitgestellten Daten genutzt werden und dass man sich doch hier ein paar Anregungen holen könnte.

Ich hätte ja eine Idee zur Konversion einiger Parkhäuser, wie z.B. in der Amalienstraße. Es fehlt doch überall Wohnraum - warum also nicht Parkhäuser mit Wohnhäusern ersetzen. Und falls mit Tiefgarage, dann primär zum Abstellen von Fahrrädern!

Links:

https://twitter.com/AutokorrekturKA/status/1204672173098573824

http://ka-radler.blogspot.com/2018/08/ein-paar-zahlen-zum-autoverkehr.html

http://ka-radler.blogspot.com/2019/05/gegen-falschparker.html

Kommentare:

  1. Das ist eine wirklich gute Veranschaulichung. Aus städtebaulicher Sicht sind Parkplätze ein derartiger Platzräuber. Ein Parkplatz hat eine durchschnittliche Fläche von 2,3m auf 5-6m, wenn man dann noch bedenkt, dass eine Auto durchschnittlich 22h 48min steht, dann fragt man sich schon, ob man den knappe bemessenen Platz in Innenstädten wirklich dafür opfern sollte.
    Karlsruhe hat ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz, sollte es nicht möglich sein, außerhalb des Ballungsraums, am besten in Autobahnnähe, umfangreiche Parkmöglichkeiten zu schaffen um dann mit der Bahn oder Fahrrad in die Innenstadt zu fahren.
    Autoparkplätze könnten zu Fahrradwegen ausgebaut werden, sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden oder sogar Grünflächen realisiert werden.

    Naja, aber ist nur so ne Idee...

    AntwortenLöschen
  2. Stattdessen gibt es wohl einen Versuch, eine Petition für MEHR Parkplätze in der Oststadt zu schaffen. Wahnsinnig viele Unterstützer hat die glücklicherweise noch nicht - dafür einige Contra- und 0 Pro-Kommentare. Das muss man vielleicht auch mal beobachten und ggf. eine Gegeninitiative starten!

    AntwortenLöschen
  3. Das ist leider auch in den Vororten ein Riesenproblem. Sobald der Gehweg etwas breiter ist, wird einfach das Auto draufgestellt. Dazu gehört auch das Parken im Kreuzungsbereich (Sichtbehinderung bei SUV + Transporter). Es gibt zwar Gesetze aber solange keiner kontrolliert -> Strafen ändert sich nichts. Bei uns im Geschäft kosten die Tiefgaragenparkplätze 25€ trotzdem parken viele von den Mitarbeitern ihr Auto an der Straße -> billiger.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Man kommt sich vor wie Sisiphus, aber wenn man über KA-Feedback diese Parker meldet, kommt dann doch mal jemand vorbei und verteilt Strafzettel. Mir wäre auch lieber, es ginge ohne das, aber das scheint vorerst ein Traum zu bleiben. Alternativ kann man tagsüber auch einfach die 115 anrufen und wird direkt an die passende Stelle weiterverbunden. Ich bin der Meinung, je mehr wir uns über solche Instrumente wahrnehmbar machen (anderswo beneidet man uns darum!), umso mehr wird klar gemacht, dass diese Kontrollen auch gewollt sind von den Menschen.

      Löschen