Karlsruhe

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Mittwoch, 20. Mai 2020

Mehr Raum fürs Rad!

Mit den Lockerungen der Kontakteinschränkungen formiert sich auch wieder der Protest und die Forderungen nach umwelt- und menschenfreundlicheren Städten und entsprechenden Maßnahmen, um die Verkehrswende zu schaffen und in der ganzen Corona-Misere nicht die viel größere Herausforderung der Klimakrise aus den Augen zu verlieren. Ich würde mal sagen, die Leute, die darauf spekuliert hatten, dass mit dem Lockdown die Stimmen von Fridays for Future oder Ende Gelände, VCD und ADFC, Greenpeace, BUND etc. verstummen würden, haben sich wohl geirrt.
Karlsruhe hat es bisher abgelehnt, solche Fahrradspuren anzulegen oder andere temporäre Maßnahmen einfach mal zu testen. Ich könnte mir das z.B. sehr gut auf dem Ostring vorstellen.


Nachdem die 1. My Critical Mass in Karlsruhe schon angekündigt wurde (nicht vergessen, am nächsten Freitag, 29.5. ist es soweit!), finden an diesem Samstag, dem 23. Mai gleich zwei Aktionen in Karlsruhe statt, über die ich euch informieren möchte.

Greenpeace Karlsruhe beginnt um 11h damit, dass in der nördlichen Karlstraße für ca. 2h eine sogenannte Pop-Up Bike Lane installiert wird. Das sind provisorische Fahrradspuren, die viele Städte in diesen Zeiten von Corona spontan eingerichtet haben. Ziel war es das Radfahren zu erleichtern, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht fahren. Durch die deutlich weniger Autos, war das plötzlich ohne das weinerliche Aufheulen der MIV-Fraktion möglich. Die Menschen konnten ohne Angst, schnell und bequem in den Innenstädten mit dem Rad ihre Wege erledigen. Tatsächlich kann man wohl davon ausgehen, dass manche dieser Provisorien auch nach Corona erhalten bleiben. Für manche eine große Überraschung, dass die Menschen das genießen, wenn weniger Autos Lärm machen, die Luft verpesten und sie gefährden. Funktionieren tut das in Berlin und Bogotá, in Mailand und Madrid. In Karlsruhe leider nicht. Nur jetzt am Samstag, aber da dann eben doch nur kurzzeitig.
Es braucht nicht noch mehr und größere Autos - ganz im Gegenteil.

Man sollte sich nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, dass
die Automobilindustrie die erste Abfuhr aus Berlin
einfach so akzeptiert. Die werden weiter lobbyieren.
Da sollte man dagegen halten!
Um 14h startet dann am Friedrichsplatz eine Fahrraddemo gegen die von der deutschen Automobilindustrie geforderten Kaufprämie für Neuwagen. Angestoßen hat die Aktion das Klimakollektiv Karlsruhe. Die Tour, die gefahren werden soll, ist noch nicht geklärt. Es wird wohl nicht zu lange werden, weil man natürlich schon darauf achten will, dass gewisse Abstände untereinander eingehalten werden können. Es wäre wirklich fatal, wenn hier wieder Milliarden in die Taschen der Automobilkonzerne flössen, die die Bevölkerung seit Jahren an der Nase herumführen, riesige Summen an Boni einstecken, noch mehr an Dividenden bezahlen und dann neben dem Kurzarbeitergeld noch mehr Steuergeld einstecken, damit es auch schön so weiter geht. Der erste Bettelversuch in Berlin ist ja glücklicherweise abgewiesen worden - sicher auch wegen einem nicht unerheblichen öffentlichen Druck. Sicher aber kein Fehler, den weiter aufrecht zu erhalten!

Bei beiden Aktionen auf jeden Fall aufeinander aufpassen und die Abstandsregeln einhalten. Gerade die radelnde Bevölkerung weiß ja eh viel besser, wie viel 1,5 m sind. Die Blechkistenlenker haben da eher mehr Probleme Längenmaße richtig einzuschätzen.


http://ka-radler.blogspot.com/2020/05/my-critical-mass-statt-critical-mask.html


https://www.greenpeace.de/themen/energiewende/mobilitaet/mehr-raum-fuers-rad

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