Karlsruhe

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Freitag, 15. Mai 2020

Polizeistreifen überall, aber keine auf dem Rad

Aktuell sind ja wirklich viele Polizeistreifen unterwegs in der Stadt, um die gültigen Regelungen wegen der Corona-Pandemie zu überprüfen. Dazu kommen noch die Kontrollen des Kommunalen Ordnungdienstes (KOD), die als Polizeibehörde gekennzeichnet sind. Aber alle mit dem Auto! Obwohl - Gerüchte sagen es - in beiden Behörden Dienstfahrräder vorhanden sein sollen, teils sogar Pedelecs. Selbst im Schlosspark fährt dann aber doch ein Mercedes-Kombi über die Wiese.
Zurzeit viel Polizei-Präsenz in der Stadt - vermutlich wegen Corona-Auflagen. Durchaus sinnvoll, aber warum zu 99% mit dem Auto. Ich habe immerhin eine Fußstreife gesichtet in den Tagen.

Warum ist es denn nicht möglich, solche Streifen mit dem Fahrrad zu fahren - gerade beim aktuell ja wirklich sehr angenehmen Wetter? Die Beamten hätten ja dann sogar ein geringeres Risiko sich anzustecken, wenn sie nicht im gleichen Fahrzeug sitzen müssen, sondern schön an der frischen Luft. Als mir dann heute Morgen in der Erbprinzenstraße auch noch 2 Fahrzeuge vom KOD entgegenkamen, deren Fahrer offensichtlich noch nicht die neuen Regelungen zum Überholen von Radfahrern kennen, sah ich mich veranlasst, über Twitter mal 2 Anfragen zu stellen.
In der Erbprinzenstraße muss man keine Radler überholen. Erst recht nicht, wenn auch noch Radler gerade entgegen kommen!!! Mit dem Fahrrad wäre euch das nicht passiert. Stattdessen hätte ich euch erfreut und freundlich gegrüßt.

Zum einen an die Stadt Karlsruhe, ob sie denn nicht mal ihre Mitarbeiter entsprechend schulen wolle. Bisher keine Antwort und tatsächlich erwarte ich hier auch nicht wirklich eine Reaktion - zumindest keine öffentliche.

Zum anderen an die Polizei Karlsruhe, deren Social Media Team sich hin und wieder doch in für sie aussichtslose Battles mit der Karlsruher Radler-Bubble auf Twitter einlässt. Hier kam tatsächlich recht schnell eine Antwort, wofür ich mich hier bedanken möchte. Ich finde das wirklich gut, dass sich die Polizei hier der Diskussion stellt. Allerdings wie so häufig wurde gleich wieder eine Steilvorlage für Konter geliefert. Vermutlich wird es wieder ein anstrengender Nachmittag dort vor dem Rechner.

Auch im Auto sind die Streifen nicht auf jede Eventualität
vorbereitet und müssen ggf. jemanden dazu holen.
Deshalb ist dennoch nicht jede Streife im Wasser-
werfer unterwegs.
Die vorgebrachten Argumente jedenfalls erklären nicht, warum die Räder nicht eingesetzt werden können. Natürlich hat man auf dem Rad keine Ausrüstung dabei, um eine Gefahrenstelle abzusichern und kann keinen Festgenommenen mitnehmen. Das ist aber kein Grund, keine Fahrradstreife zu fahren. Die Polizisten, die zu Fuß unterwegs sind, sind in der gleichen Situation und diese Streifen gibt es. Und mit dem Auto ist man auch nicht auf jede Situation vorbereitet, oder springt im Zweifelsfall bei einem Banküberfall mit Geiselnahme gleich das SEK aus dem Kofferraum?

Also liebe Polizei und lieber KOD: mit dem Fahrrad seid ihr, ähnlich wie zu Fuß, viel näher an den Menschen dran (sicherlich nicht ganz unwichtig, würde ich sagen!) und dabei noch viel schneller und flexibler. Tatsächlich in den meisten Fällen auch schneller als mit dem Auto. Dazu kenne ich viele Leute, die das sehr positiv sehen würden und auch auf Twitter nicht mehr ganz so hart mit dem Social Media Team ins Gericht gehen würden. Also überlegt es euch noch einmal, ob es nicht gute Gründe gibt, die Fahrräder (die es wohl in beiden Behörden gibt) mal abzustauben, etwas Öl auf die Kette zu machen und damit Karlsruhe zu zeigen, dass ihr auch Fahrrad könnt.

Dann könnten damit auch die Gerüchte beendet werden, dass man in der Stadt eher ein Einhorn als Polizei auf dem Fahrrad sichten könnte.

https://twitter.com/Polizei_KA/status/1261264092892925952

https://twitter.com/KA_Radler/status/1261183395511635969 

http://ka-radler.blogspot.com/2020/04/stvo-jetzt-scharf-gestellt-was-tut-die.html

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