Karlsruhe

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Dienstag, 25. Oktober 2016

Proforma-Verkehrsführung für Radler


Die Personen, die zurzeit in Karlsruhe dafür zuständig sind, alternative Verkehrsführungen um Baustellen zu finden, sind sicherlich nicht zu beneiden. Die Rahmenbedingungen sind sicher schwierig und häufig sind wirklich gute Übergangslösungen gar nicht möglich.
Ein paar gelbe Piktogramme sollen die Autofahrer informieren, dass Radler hier fahren dürfen.

In diesem Fall muss man aber als Radler schon eine gewisse Todessehnsucht spüren, um der Radspur entlang der Kriegstraße über die Ettlinger Straße zu folgen. Vielleicht ja aber auch eine Alternative für Adrenalin-Junkies, die bei ihrer angestammten Risikosportart nicht mehr den richtigen Kick verspüren. 

Wenn man auf der Kriegsstraße von Westen kommend Richtung Osten fährt, sollen einen Piktogramme auf der Straße verleiten, dort zu fahren, wo sich zwei Autospuren um die Baustelle am Ettlinger Tor schlängeln. 
Gerade diese Stelle halte ich für höchst problematisch, weil hier von Autofahrern die Kurve geschnitten wird. Hier Rücksicht  und regelkonformes Verhalten gegenüber Radlern zu erwarten, ist - milde gesagt - etwas blauäugig
Ich kann mich durchaus in vielen Bereichen mit einer nicht getrennten Verkehrsführung anfreunden und bin auch nicht so sehr ängstlich, wenn ich auf der Straße fahre. Aber hier ist dann für mich dann 'Ende Gelände'. Das muss nicht sein und ist einer Stadt, die Fahrradstadt sein möchte, nicht würdig.

An der Stelle komme ich nicht so häufig vorbei, aber bisher habe ich dann auch noch nicht viele gesehen, die sich hier mit dem Rad auf die Straße getraut haben. Die meisten suchen sich vermutlich eine sicherere Alternative. Aber wehe, die ist nicht legal und die Polizei erwischt euch dabei. Dann gibt es bestimmt richtig Ärger...



Kommentare:

  1. Ich fahre dort meistens auf der Straße. Allerdings wurde ich einmal fast von einem LKW erwischt, nur ein Sprung auf den Fussweg hat das verhindert.

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    1. Puh, mir wär das zu heiß. Aber dein Erlebnis bestätigt meine Einschätzung, dass dort keine Rücksicht genommen wird, selbst wenn das deinen Tod bedeuten könnte.

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  2. Am Mühlburger Tor ist der Baustellenbereich ähnlich geregelt. Wenn man die Reinholt-Frank-Straße von der Moltke-Straße kommend in Richtung Kriegsstraße fährt, muss man die Kreuzung am Mühlburger Tor auch so wie in deinem Beitrag beschrieben queren. Ein paar für den Autofahrer kaum sichtbare Behelfs-Piktogramme zeigen dem Radfahrer, wo er fahren soll. Da dort zwei PKWs und ein Radfahrer nicht nebeneinander Platz haben, kommt es an der Ampel immer wieder zu gefährlichen Überholmanövern.

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  3. In diesem Fall muss man offensiv mit deutlichem Abstand zum rechten Rand fahren. Die Autos schneiden gerne die Kurve, unabhängig davon, ob sie gerade einen Radfahrer überholen.

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  4. Es wäre wünschenswert, wenn Radler grundsätzlich weiter in der Fahrbahnmitte fahren würden. Allerdings funktioniert das nicht einmal in Fahrradstraßen. Täglich sehe ich, dass sich Radler ganz an den rechten Fahrbahnrand drängen lassen und quasi durch jeden Gully-Deckel durchholpern.

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  5. Danke für deinen Bericht und die Serie "Gefahrenstellen in Karlsruhe". Wie in deinem anderen Beitrag geschrieben, befürchte ich leider, dass dies aufgrund der Verkehrslage eine endlos Serie werden wird. Mir fallen sehr wenige Dinge ein, die einer Stadt, die Fahrradstadt sein will, gerecht werden. Mir fallen jedoch sehr viele Dinge ein, die einer Fahrradstadt nicht annähernd gerecht werden und - viel schlimmer - die Fahrradfahrer in gefährliche Situationen bringen. Offensives, selbstbewusstes Fahren hilft in solchen Situationen oftmals. In Fahrradstraßen fahre ich z.B. generell in Zweiereihe, sofern möglich. Leider trauen sich das aber nicht alle Radler zu.

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