Karlsruhe

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Samstag, 10. Oktober 2020

Zu früh gelobt?!

Ich hasse das ja. Da habe ich mich gerade noch gefreut über die Umsetzung einer neuen Maßnahme, mit der die Idee der Pop-Up Bikelanes aufgegriffen wird und ich auf den ersten Blick nur moderat kritisieren muss - da muss ich schon direkt eine Korrektur hinterher schicken. Heute Vormittag habe ich nämlich das erste Mal das bereits fertig gestellte Stück bis zur Einmündung Waldhornstraße genutzt, um dann die weiteren Vormarkierungen in der Kapellenstraße genauer anzuschauen.

Weil hier plötzlich wieder 2 Spuren für den Autoverkehr vorgesehen sind, bleibt nicht genug Platz, um den Radstreifen auf der ursprünglichen Breite zu halten. Diese Situationen finde ich als Radfahrer immer besonders unangenehm.

Gestern hatte ich ja schon kritisch angemerkt, dass ich nicht verstehen kann, warum man für den Streifen nicht die komplette Breite einer Fahrspur verwendet. Erstens gibt einem das einfach mehr Sicherheitsmarge und ggf. auch mal die Chance zu überholen. Heute muss ich jetzt sehen, dass man weiter in Richtung Rüppurrer Straße den Streifen sogar noch weiter verengt, scheinbar weil man dort für den Autoverkehr wieder 2-spurig werden will. Gerade an so einer Stelle ist mit üblen Überholmanövern mit viel zu geringem Abstand zu rechnen. Ich habe mir mal erlaubt nachzumessen: von der Kante Randstein bis zur Außenkante der weißen Markierung bleiben nur noch 1,80 m Breite übrig. Wenn ich hier den gebotenen Abstand vom Randstein halte, kann ich mir ausrechnen, dass ich nicht mit dem notwendigen Sicherheitsabstand überholt werde. 

Hier ist gut zu erkennen, wie viel Breite der rechten Spur den Radlern genommen wird. Was gewinnt der MIV durch eine breitere Fahrspur?

Auch wenn die Stadt argumentiert, dass diese Situationen nicht auffällig seine bezüglich Unfallzahlen - sie fühlen sich absolut SCH... an, wenn man auf dem Fahrrad sitzt und von hinten sich ein Motorgeräusch nähert. Bleibt er jetzt dahinter und geduldet sich oder muss er sich mit Gewalt vorbei drängeln, um dann an der nächsten Ampel wieder eingeholt zu werden.

Richtung Durlacher Tor beginnt es zunächst ganz okay mit der 'Warnlinie' zur Dooring Zone und dann einer akzeptablen Breite des Radstreifens.

In der Gegenrichtung gab es ja bisher schon in etwa ab der Fußgängerampel einen provisorisch mit gelber Farbe markierten Radstreifen. Es sieht so aus, als ob der jetzt auch als Dauerlösung markiert werden soll. Aber warum um Himmels Willen, wird der dann noch schmaler, als er jetzt noch ist? 2-spurig kann der Autoverkehr hier doch eh nicht geführt werden - warum gibt man dann diesen Sicherheitspuffer für den Radverkehr auf? 
Hier gut zu erkennen, wie die linke Begrenzung des Radstreifens sich von der Trennlinie der Fahrspuren entfernt und damit der Radstreifen schmaler wird. Ich verstehe nicht, warum man das macht?

Am Anfang sind die Vormarkierungen so, dass der Radstreifen noch deutlich breiter ausfällt. Auch wird zu den parkenden Autos ein weiterer Streifen markiert, um die Leute aus der Dooring-Zone zu halten. Dann entfernt sich aber plötzlich auf Höhe vom Vogelbräu die Linie von der Trennlinie der beiden Fahrspuren und der Fahrradstreifen wird plötzlich deutlich schmaler und zieht sich so bis zum Durlacher Tor durch.

Das Stück hatte man ja schon bisher provisorisch markiert und eigentlich hier auch schon mögliche Breite verschenkt. Jetzt wird noch weiter reduziert.

Verstehen kann ich das nicht? Kann es jemand erklären? Kann man das nicht noch ändern? Meine Freude von gestern ist inzwischen auf jeden Fall erheblich getrübt. Einzig positiver Aspekt von der heutigen Momentaufnahme: es standen keine Autos auf dem bereits fertig markierten Streifen. 


http://ka-radler.blogspot.com/2020/10/aus-pop-up-wird-dauerlosung.html

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