Karlsruhe

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Montag, 23. Mai 2016

Gefahr für Radler am Lidellplatz

Seit einiger Zeit gibt es am Lidellplatz - genauer an der Kreuzung Adlerstraße - Markgrafenstraße mal wieder eine Sonderregelung zur Bevorzugung des Autoverkehrs.
Zufahrt auf die kritische Kreuzung. Dass die die Geradeausfahrt über den Lidellplatz hinweg für die Autos jetzt möglich ist, ist vorher praktisch kaum erkennbar.


Normalerweise ist die Weiterfahrt auf der Adlerstraße über die Markgrafenstraße hinweg Richtung Kriegstraße für Autofahrer gesperrt. Sie müssen dort nach links abbiegen, um dann über die Fritz-Erler-Straße weiter zu kommen. Nun sind seit einiger Zeit die Absperrpfosten dort entfernt und die Autos können also dort an Carl-Hofer-Schule und Spielplatz vorbei fahren.

Dabei ergeben sich insbesondere an der Kreuzung mit der Markgrafenstraße immer wieder gefährliche Situationen. Gerade kürzlich ist es mir wieder passiert, dass in Richtung Osten fahrend nur eine Vollbremsung verhindert hat, dass mich ein schwarzer Audi, der ungebremst und definitiv schneller als 30 km/h über die Markgrafenstraße gebrettert ist, vom Rad geholt hat.
Die Adlerstraße mit Blick Richtung Kriegstraße - dieser Audifahrer ist tatsächlich langsam gefahren, bleibt damit aber eher die Ausnahme.

Zunächst frage ich mich, warum es plötzlich erforderlich ist, dass Autos dort fahren dürfen, wo sonst immer gesperrt war? Dazu war mir auch in dem Moment nicht perfekt klar, welche Vorfahrtsregeln hier gelten. 

Schon während des Weihnachtsmarktes hat man den Teil der Markgrafenstraße freigegeben, der sonst eigentlich Fußgängerzone mit Freigabe für den Radverkehr ist.


Ich bin daher noch einmal zum Lidellplatz gefahren und habe mir die Sache angeschaut. Tatsächlich ist es wohl so, dass für den Verkehr, der aus der Markgrafenstraße Richtung Fritz-Erler-Straße fährt, hier nicht rechts-vor-links gilt. Das ist sonst eher kein Problem, weil die Autos zumindest dann langsamer fahren, wenn sie an der Stelle abbiegen müssen und nicht einfach gerade aus fahren können.

Ein kleines Schild weist darauf hin, dass mit kreuzendem Radverkehr zu rechnen ist und für die Passage an der Schule vorbei gilt dann Tempo 10 km/h, aber wer hält sich schon daran, wenn keiner kontrolliert.  

Der Lidellplatz ist so wie ein Platz in der Stadt sein sollte. Da gibt es Geschäfte und Cafés, eine Schule und einen Spielplatz. Die Leute bewegen sich bei gutem Wetter auf der Straße, Fußgänger und Radler sind unterwegs, darunter auch viele Kinder.

Ich finde es leichtfertig, wie solche Bereiche plötzlich wieder für den Autoverkehr freigegeben werden und dabei nicht einmal Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass sich hieraus keine Gefährdungen ergeben. Wenn in einer solchen Situation ein Unfall entsteht, sollte sich die Stadt Gedanken machen, ob sie nicht eine Mitverantwortung dafür trägt.

Der Lidellplatz ist wunderschön und wird von den Anwohnern und Besuchern bestimmt auch deswegen sehr geschätzt, weil eben nur wenig Autoverkehr dort herrscht. Nach meiner Ansicht sollten die Bereiche der Adlerstraße und der Markgrafenstraße entlang des Lidellplatz für den Autoverkehr ohne Ausnahme gesperrt sein und gesperrt bleiben. Auch wenn wieder Weihnachtsmarkt ist.

Kommentare:

  1. Ja, diese blöde Stelle ist mir auch schon aufgefallen...

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  2. Wenn die Fuzo dort "aktiv" ist (also abseits der Weihnachtsmarktsonderregelung), gilt dort NICHT rechts vor links, sondern § 10 mit Wartepflicht der Radler vom Lidellplatz!

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  3. Ich weiß und hatte das ja auch erwähnt im Artikel. Die Situation ist mit der Freigabe aber nach meiner Einschätzung trotzdem gefährlicher. Wenn die sonst links abbiegen müssen, ergibt sich zwangsläufig etwas Platz für die Radfahrer und außerdem müssen sie ihre Geschwindigkeit reduzieren, was sie nach meinen Beobachtungen beim Geradeausfahren nicht tun, obwohl dort Tempo 10 km/h vorgeschrieben ist.

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