Karlsruhe

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Samstag, 5. Dezember 2015

Fahrradampeln in Karlsruhe

Es wäre ja schön, wenn der Verkehr in der Stadt mit viel weniger Ampeln funktionieren würde. Das würde nämlich bedeuten, dass dann definitiv schon viel weniger Autos in Karlsruhe unterwegs wären als heute noch.


Immerhin sind inzwischen in einigen Fällen auch extra Fahrradampeln installiert worden. Im Idealfall besonders geschaltet, um uns Radlern das bevorzugte Losfahren zu erlauben, womit man sich etwas von den Autos lösen kann. Insbesondere an Ampeln mit erheblichem Autoverkehr eine Lösung, die ich als deutlichen Beitrag zu meiner Sicherheit empfinde.


Als Beispiel möchte ich die Kreuzung Durlacher Allee mit der Georg-Friedrich-Straße bzw. Wolfartsweierer Straße am Gottesauer Platz beschreiben. Hier darf ich deutlich vor den Autos losfahren und kann damit im Regelfall nach Überquerung der Durlacher Allee in die gegenüberliegende Straße einfahren, ohne dass ich von überholenden Autos abgedrängt werde. Für mich bedeutet das deutlich weniger Stress und Anspannung.


Insgesamt habe ich den Eindruck, dass immer wieder neue Fahrradampeln dazu kommen, was ich auf jeden Fall begrüße. Ein paar Dinge würde ich dabei aber doch gerne anders machen:


An Kreuzungen mit einem Aufstellbereich für Fahrradfahrer vor den Autos vermisse ich solche Fahrradampeln besonders. Wenn ich hier auf die Kreuzung zufahre und dort schon Autos bei Rot warten, will ich natürlich nach vorne in diesen Aufstellbereich, um bei Grün als erstes losfahren zu können.  
Hier fängt es an heikel zu werden, wenn gerade in dem Moment die Ampel umschaltet, wenn ich mich dort einordnen will - insbesonders dann, wenn ich gar nach links abbiegen möchte. Kann ich da wirklich damit rechnen, dass mich der Autofahrer in dem Moment überhaupt wahrnimmt, wenn er sich auf die Ampel konzentriert? Will ich also das Risiko vermeiden hier angefahren zu werden, ist der Aufstellbereich für mich in dieser Situation sofort wertlos. Stattdessen muss ich hinter den Autos stehen bleiben, atme die Abgase ein und verzichte auf das priorisierte Losfahren, das ja eine höhere Sicherheit für die Radler bringen soll.
Eine Fahrradampel könnte diese Situation deutlich entschärfen, wenn diese früher grün wird. Beim Zufahren auf die Ampel kann ich einschätzen, ob ich noch nach vorne fahren kann, um im Aufstellbereich zu warten, bis mein Grünsignal kommt und ich losfahren kann.  


Ein anderer Punkt, der mir nicht gefällt, ist die technische Ausführung der Ampeln. Diese sind im Regelfall direkt in gleicher Größe neben der Ampel für die Autofahrer angebracht. Für den Autofahrer, der bequem in seinem Auto sitzt ergonomisch perfekt. Der Radfahrer aber, der normalerweise eher nach vorne gebeugt ist und sich auf den Lenker aufstützt, ist die Position absolut untauglich. Man muss sich aufrichten und den Kopf oft richtig in den Nacken legen, um die Ampel im Auge zu behalten. 
Warum bringt man nicht kleinere Ampeln in geringerer Höhe an, die die Radler dann auch ohne Verrenkungen beobachten können? Dann würde vielleicht auch noch der letzte Autofahrer verstehen, dass diese Ampel nicht für ihn gilt und er noch nicht losfahren darf - das Fahrradsymbol alleine scheint nämlich manchmal nicht ausreichend! Womöglich wären die dann sogar noch günstiger in der Anschaffung. Auf eine Anfrage hin, hat man mir seitens der Stadt Karlsruhe vor einiger Zeit mitgeteilt, das wäre rechtlich nicht zulässig. Ich frage mich dann nur, warum das in Heidelberg möglich ist.
Allerdings gibt es in Heidelberg wohl ein anderes Problem mit diesen Ampeln, über das ich mir dann noch noch Gedanken gemacht habe.  Die SPD hat offensichtlich beantragt, dass diese Ampeln so nicht bleiben können, weil sie durch Sehbehinderte und Blinde nicht wahrgenommen werden und diese gefährdet wären, sich daran zu stoßen und sich dabei zu verletzen. Im ersten Moment habe ich gedacht, dass das wirklich ein Problem sein könnte. Inzwischen bin ich ehrlich gesagt, etwas skeptischer oder würde zumindest sagen, dass man das deutlich entschärfen könnte, wenn es wirklich so kritisch wäre, ohne dabei gleich diese Fahrradampeln komplett abzuschaffen. Zum einen sollten diese Ampeln gar nicht auf Kopfhöhe hängen. Die könnten deutlich niedriger auf Hüfthöhe angebracht werden. So wären sie nicht mehr im Weg als ein Papierkorb, die ja auch häufig so aufgehängt sind.

Damit bleibe ich also dabei: definitiv mehr Ampelkreuzungen mit Fahrradampeln versehen, die eine priorisierte Schaltung vorweisen. Ausführung dann in der kleinen Version und an der Stelle montiert, wo sie für den Radler gut zu sehen sind!









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